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Einsatz 10/2020 am 05.12.2020 um 12:10

“FEU G” in Arpsdorf

Kurz nachdem der Digitale Melde-Empfänger seinen üblichen Samstags 12:00 Probealarm bekommen hatte, rührte sich der Melder erneut: “V:Einsatzalarm! FEU G – Info: Haus im Vollbrand”. Zügig rückten wir mit dem voll besetzten TSF-W aus.

Zusammen mit den Wehren aus Arpsdorf, Padenstedt, Wasbek, der Berufsfeuerwehr Neumünster, der TEL des Kreise sowie später dem THW wurden wir zu einem Großbrand alarmiert.

Auf der Anfahrt im Außengebiet von Arpsdorf, sahen wir schon von Weitem eine beeindruckende Rauchsäule. Betroffen war ein einzeln gelegener Resthof mit einem Nebengebäude in U-Form.

Die größte Herausforderung vor Ort war vorerst die Wasserversorgung. Ohne abzusitzen wurden wir daher direkt zum Aufbau einer Wasserversorgung aus dem “nahen” Bek eingeteilt. “Nahe” bedeutete in diesem Fall ca. 1km Wegstrecke. Die Strecke wurde im ganzen unter Einsatz von 3 Feuerlöschkreiselpumpen (PFPN) überwunden, um auf dieser Strecke das Wasser nach vorne zu bringen. Die FF Ehndorf baute die Wasserentnahmestelle auf und verlegte die ersten Schläuche bis zur nächsten PFPN.

Kaum war dies erledigt, wurde gemeldet, das weitere Atemschutzgeräteträger direkt an der Brandstelle benötigt würden. Somit verlegten 4 KameradInnen mit Atemschutzgerät zum Brandort. Dort angekommen wirkte der Brand beinahe kontrolliert und es kam leichte Hoffnung auf, das das Wohnhaus gerettet werden könne. Ein Ehndorfer Trupp löste im Innenhof die Kameraden am Schaumrohr ab. Der andere Ehndorfer Trupp griff von der Rückseite mit einem Mehrzweckstrahlrohr an. Für die Kameraden im Innenhof war das wichtigste Ziel eine Ausbreitung des Feuers auf das Nebengebäude zu verhindern und Glutnester im Verbindungsgebäude in Schach zu halten. Der Trupp auf der Rückseite kühlte primär einen Tank mit zunächst noch unbekanntem Inhalt, welches sich später als Wassertank herausstellen sollte, und bekämpfte ebenfalls Glutnester im Zwischengebäude mit weit reichendem Wasserstrahl.

Zu diesem Zeitpunkt versuchten weitere Trupps das Feuer im Innenangriff unter Kontrolle zu bringen. Kurz darauf mussten die Trupps im Innenangriff den Rückzug antreten, da die Rauchentwicklung stark zugenommen hatte und sich das Feuer schnell im Obergeschoss ausbreitete. Es kam der Befehl zum Rückzug. Kurz nachdem alle Kameraden im Innenangriff das Gebäude verlassen hatten, kam es zur Durchzündung im Wohngebäude und das Wohnhaus stand danach im Vollbrand.

Zu diesem Zeitpunkt blieb nur noch der Schutz des Nebengebäudes und das Eindämmen des Feuers übrig. Mit Hilfe eines Baggers wurden uns Öffnungen geschaffen, mit denen die Bekämpfung von Glutnestern insbesondere im Dachstuhl möglich wurden. Das Nebengebäude mit mehreren untergestellten Fahrzeugen konnte gehalten werden.

Um ca. 18:30 versammelte sich die FF Ehndorf mit allen vor Ort befindlichen 17 Kameraden und Kameradinnen am Fahrzeug, da keine zusätzlichen Kräfte mehr am Brandort benötig wurden. Allerdings stellte die FF Ehndorf die wichtige zusätzliche Wasserversorgung dar und somit wurde eine Staffel zum Betrieb der Wasserentnahmestelle eingeteilt, alle anderen rückten ab. Um 20:30 übernahmen vier Kameraden die mittlerweile nicht mehr akut benötigte Wasserentnahmestelle so dass im Zweifel wieder schnell zusätzliches Wasser am Brand wäre. Um 22:30 konnten wir mit dem Rückbau beginnen. Um 23:20 war der Einsatz am Feuerwehrgerätehaus abgeschlossen.